Ilse Zelle über Karl Knaake und sein Jahrhundertwerk

Ilse Zelle über Karl Knaake und sein Jahrhundertwerk

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Karl Knaake – wer kennt ihn?

Karl Knaake – wer kennt heute den Begründer der Weimarer Lutherausgabe von 1883? Nur wenige Experten. Seine Urenkelin Ilse Zelle begab
sich auf eine spannende Suche und entdeckte in der eigenen Familie, in Archiven und Briefen sowie an den Orten seines Wirkens viele Spuren
seines Lebens als Kadettenpfarrer, Theologe und Lutherforscher. Sie berichtet über ihre Recherchen unter anderem in Potsdam, Drackenstedt sowie Naumburg/Saale.
Neben seinem Amt als Kadettenpfarrer in Potsdam sammelte Knaake Originalschriften von Luther, um eine wissenschaftliche Gesamtausgabe herauszugeben. Als Weimarer Lutherausgabe (WA) erschien ihr erster Band 1883 im Böhlau Verlag. Der evangelische Kaiser Wilhelm, der
erste finanzierte das Renommierprojekt zum 400. Geburtstag Luthers. Es wurde zum Jahrhundertwerk und erst 126 Jahre später von Ulrich Köpf
beendet.

In ihrem Vortrag beleuchtet Ilse Zelle den zeitgeschichtlichen Hintergrund, der zum Erfolg von Knaakes Privatunternehmen führte, sowie Vorgeschichte und Anfänge der Lutherausgabe.
Ilse Zelle selbst ist über 30 Jahre als Religionslehrerin an der KGS Stuhr-Brinkum tätig gewesen und leitete den Projektkurs „Spurensuche“. In
dieser Zeit erarbeitete sie mit ihren Schülern und Schülerinnen Ausstellungen, Bücher und Lesungen über die NS-Zeit, so auch über das Lager Obernheide.
Für ihr Engagement erhielt sie u.a. 2008 das Bundesverdienstkreuz. Die Ergebnisse ihrer Nachforschungen zum Lebenswerk ihres Urgroßvaters veröffentlichte sie 2017 unter dem Titel „Karl Knaake – Begründer der Weimarer Lutherausgabe. Hintergründe zu Person und Werk. Eine Spurensuche in Bildern, Briefen und Begegnungen. Mit einem Vorwort von Prof. Ulrich Köpf. LIT Verlag Münster 2017.“

Am Donnerstag, dem 28. September 2017 um 19 Uhr wird Ilse Zelle im Gemeindehaus an der Stuhrer Landstr. 142 über Karl Knaake und die
Weimarer Ausgabe einen interessanten Vortrag halten. Im Anschluss ist Zeit für Fragen zum Thema.

Der Eintritt ist frei.